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Textil-Arbeiterin  N., 23, in Dhaka, Bangladesch: Elf Menschen leben und schlafen auf engstem Raum.
Textil-Arbeiterin N., 23, in Dhaka, Bangladesch: Elf Menschen leben und schlafen auf engstem Raum.

Unsere Kleider werden auf sehr verschlungenen Wegen produziert. Kaum ein Kleidungsstück wird an einem einzigen Ort hergestellt.

 

Die Markenfirma beauftragt eine lokale Fabrik mit der Produktion ihrer Kleider. Diese gibt oft die Teilaufträge an kleinere Werkstätten oder an HeimarbeiterInnen weiter. Die lokalen Fabriken wollen natürlich auch daran verdienen, entsprechend bleibt für die Kleinst-Unternehmen am Ende der Kette sehr wenig übrig. Dazu kommt, dass die Markenfirma oft nicht mal selbst mit der lokalen Fabrik verhandelt, sondern mit Vermittlern in Europa, die natürlich auch Geld verdienen wollen. Über die gesamte Produktionskette eines Kleidungsstücks geben die wenigsten Firmen transparent Auskunft. Oder wissen es zum Teil nicht mal so genau.

 

Die lokalen Fabrikanten sind einem knallharten Preisdruck ausgesetzt. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, drücken sie die Löhne. Und wenn sich die ArbeiterInnen zusammenschliessen wollen, um bessere Bedingungen auszuhandeln, drohen Fabrikmanager oder Markenfirmen mit der Entlassung, der Schliessung der Fabrik oder der Verlagerung in eine andere Region oder ein anderes Land. Darum bleiben die meisten Arbeiterinnen lieber still. Sie wissen, dass selbst diese Jobs zu Hungerlöhnen von Hunderten gesucht werden.

 

Die Markenfirmen in Europa oder den USA kümmert das wenig. Sie finden, das alles liege nicht in ihrer Verantwortung. Verantwortlich seien doch die indischen oder chinesischen Fabriken, bzw. der srilankische oder bangladeschische Staat. Sie sollen doch mehr Lohn bezahlen, bzw. einfach den gesetzlichen Mindestlohn hochsetzen.

 

Dabei sind es die Markenfirmen, die mit ihrem Verhalten diese Missstände aufrechterhalten und fördern: Solange sie zuerst nach dem Preis fragen, statt nach den Produktions- und Arbeitsbedingungen, wird sich nichts in der globalen Textilindustrie ändern.

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