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Marmot: die PR-Abteilung reagiert

30. September 2010

Die PR-Abteilung von Marmot reagiert blitzschnell auf die Protestmails der KonsumentInnen. Doch mit dem Thema Existenzlohn nimmt es die Firma nicht so genau.

Mailreaktion der Marmot auf die Protest-Botschaften Konsumierender, 30.9.2010

Sehr geehrte Frau xy
Die Firma Marmot legt von Beginn an größten Wert auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Als wertebasiertes Unternehmen hat sich Marmot gegenüber allen Stakeholdern sowie gegenüber der Umwelt zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang verpflichtet. Marmot arbeitet intensiv daran, sein Engagement in diesen Bereichen auszubauen und bestehende Defizite schnellstmöglich zu beheben. 

Marmot ist bei der Herstellung seiner Produkte auf Partner angewiesen. An diese stellt Marmot die gleich hohen Anforderungen wie an sich selbst. In der so genannten „Vendor Compliance Policy“ (http://marmot.com/vendor_compliance_policy) verpflichtet Marmot seine Partner und Lieferanten einschließlich deren Subunternehmer zur Einhaltung international gültiger Standards und Normen des Arbeitsrechts. Dazu zählen unter anderem die Entlohnung mit mindestens dem gesetzlich geltenden Mindestlohn, die Begrenzung von Überstunden, die Achtung der Vereinigungsfreiheit, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, die Achtung des Prinzips der Nichtdiskriminierung und die Förderung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Die Vendor Compliance Policy wird von Marmot sehr ernst genommen, an ihrer Umsetzung wird kontinuierlich gearbeitet. Der Kodex ist für alle Lieferanten, Produzenten, Agenten und deren Subunternehmer vertraglich bindend. Mit vielen seiner Lieferanten pflegt Marmot bereits lange und stabile Partnerschaften, mit 95 Prozent der Zulieferer haben wir Beziehungen, die länger als fünf Jahre dauern. Bei allen Lieferanten kontrollieren wir regelmäßig und nach strengen Maßstäben die Einhaltung der sozialen Standards und fördern good practices. Dieser Prozess wird kontinuierlich evaluiert.

Auf dieser Grundlage wird sich Marmot auch künftig dafür stark machen, faire und nachhaltige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Aufgrund der Tatsache, dass viele der Zuliefererbetriebe auch für andere Firmen aus der Outdoor- und Bekleidungsindustrie tätig sind, setzt sich Marmot zudem für ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen aller Wettbewerber der Outdoor-Branche ein. Auf diesem Wege, so ist Marmot überzeugt, können langfristige Verbesserungen für alle Arbeiter und Arbeiterinnen erreicht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Sarah Seeger
Marmot Mountain Europe GmbH
- PR & Communication -

Dazu nimmt die Erklärung von Bern / Clean Clothes Campaign am 30.9.2010 folgendermassen Stellung:
Marmot nennt sich ein „wertebasiertes Unternehmen“, bei der Frage nach einem Existenzlohn nimmt es die Firma aber nicht so genau: Marmot hat zwar einen Verhaltenskodex (Vendor Compliance Policy), verpflichtet sich nur zur Bezahlung des gesetzlichen Mindestlohnes – dies bestätigt die Firma gleich selber in der Antwort an die KundInnen. Nichts in der Antwort von Marmot deutet darauf hin, dass sich die Firma dem Problem der viel zu tiefen Löhne bewusst ist und etwas ändern will. Faire Entlohnung ist aber die Grundvoraussetzung für faire Arbeitsbedingungen und faire Kleiderherstellung. Denn wenn nur der gesetzliche Mindestlohn ausbezahlt wird, resultiert das in fast allen Fällen in massiver Überzeit. Zwar limitiert Marmot die Wochenstunden, doch die Firma lässt gleichzeitig zu, dass in „aussergewöhnlichen Geschäftsumständen“ auch länger als 60 Stunden pro Woche gearbeitet werden darf. Mit einer Zulieferkette, die gemäss Marmot stabil ist und wo die Firma zu 95% der Zulieferer längere Beziehungen als 5 Jahre pflegt, ist die Voraussetzung geradezu ideal, um einen Existenzlohn gemäss der Asia Floor Wage –Definition umzusetzen. Es ist zwar löblich, dass sich Marmot mit andern Unternehmen zusammen tun und gemeinsam an Verbesserungen arbeiten will. So lange der politische Wille aber fehlt, um existenzsichernde Löhne einzuführen, geht das Engagement von Marmot schlicht zu wenig weit.

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